Freizeitreiter reitet am Strand
Freizeitreiter sein – das ist noch heute für viele gleichbedeutend mit «anders sein». Anders sein als die «Konventionellen», anders als die «Sportler». Nicht nur was die Einstellung, die Haltung, die Wahl der Pferderasse anbelangt – vor allem auch in Sachen Ausrüstung. Denn mit den unterschiedlichsten Rassen und Reitweisen, die durch die Freizeitreiterbewegung in unsere Ställe Einzug hielten, kamen auch die verschiedensten Ausrüstungsgegenstände in unsere Sattelkammern: Sättel aller Art, Hilfsmittel, aber vor allem auch Zäumungen und Gebisse. Gerade die verschiedenen Arten von Stangengebissen passten so hervorragend zu der «anderen», «leichteren» Art zu . Also griff und greift der Freizeitreiter heute noch munter zu – mit mehr oder weniger Erfolg. Denn nur allzu viele tauschen zwar liebend gerne und Ausrüstung – nicht jedoch ihren Reitstil. Eine spanische Stange zum Vaquero-Sattel, ein Snaffle with Shanks zum Quarter und ein Rollerbit für den TTEAM-Kurs – aber geritten wird wie bisher. Steife, verspannte und sich gegen das Gebiss wehrende sind oft die Folge. Denn was viele übersehen: Die Stange, in den meisten Arbeitsreitweisen dieser Welt vertreten, steht immer am Ende einer Ausbildung – dann, wenn ein Pferd bereits ausgiebig gymnastiziert und mit leichtesten Hilfen zu lenken und wenn der Reiter in der Lage ist, solche Hilfen zu geben. Klappt das nicht, wirken Stangengebisse lediglich so, wie sie in allen Arbeitsreitweisen mindestens ebenso oft (miss)(ge)braucht werden: als Notbremse für schlecht ausgebildete Pferde und ebensolche Reiter. Vielleicht wäre es an der Zeit, das «anders sein» mal anders auszulegen und sich weniger allein durch die Ausrüstung als vielmehr durch gutes Reiten abzuheben? Mit welcher Zäumung, das spielt dann letztlich keine Rolle mehr.

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