Gewaltfreie Pferdeausbildung
gewaltlos ausbilden – wirklich möglich oder nur ein Traum?  Ein heikles Thema, denn wer würde schon gerne von sich behaupten, dass er sein mit Gewalt ausbildet? Vor allem Freizeitreiter wehren sich vehement gegen diese Behauptung, denn für sie ist das Pferd weder noch Sklave, sondern Partner. Allein mit Liebe und Geduld soll das Pferd zu einem treuen Freizeitkameraden ausgebildet werden. Dabei vergessen sie, dass es mit Liebe und Geduld in einer Pferdeherde nicht weit her ist – dort herrscht Hierarchie, und das Pferd, das das nicht akzeptiert, wird ziemlich unsanft in seine Schranken gewiesen. Genauso wird man als Mensch während der Ausbildung eines Pferdes nicht drum herum kommen, den vierbeinigen Schüler ab und zu zurechtzuweisen. Mit der Betonung auf «ab und zu», denn wenn diese Zurechtweisungen an der Tagesordnung stehen, geht etwas krumm in Sachen Ausbildung. Reiter, die ständig an ihren Pferden herumnörgeln und herumzerren, haben meist kein Problem mit «besonders dominanten» Pferden, sondern es fehlt ihnen ganz einfach an Wissen, Können und Konsequenz. Da wird zehnmal ignoriert, wenn das Pferd bettelnd am Ärmel hängt, bevor ein empörter Schlag mit der Hand folgt. Da wird zehnmal geduldet, dass das Pferd beim Führen schubst – bis das Fass beim elften Mal zum Überlaufen kommt.

Wer eine Ausbildung mit so wenig Gewalt wie möglich anstrebt, sollte deshalb nebst Respekt vor dem Tier und jeder Menge Geduld vor allem über eines verfügen: genügend Fachwissen, um ein Pferd im richtigen Moment zurechtweisen zu können. Schnell, kurz und ohne grosses Aufheben, so selten wie möglich, aber auch so oft wie nötig. Denn das gehört nunmal auch zu einer möglichst «gewaltlosen» Ausbildung.

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