Reitsattel bei einem Sattel-Seminar
Rund 50 Pferdebesitzer liessen am von PEGASUS gemeinsam mit dem Mascot Ausbildungszentrum organisierten am 13. November und der darauffolgenden Woche den Sattel ihres Pferdes mit dem Horse Sensor System ausmessen – mit einem erschreckenden Ergebnis: Fast die Hälfte aller Sättel waren unbrauchbar, nur rund 15 bis 20 Prozent passten gut bis sehr gut. Und das interessante daran: unter den nicht passenden Sätteln befanden sich Sättel aller Typen und Marken, vom Billigsattel bis zur Luxusmarke, vom Sattel mit konventionellem Baum bis hin zum «Flexiblen».

Wer also bisher der Meinung war, man müsse sich für sein Pferd einfach einen Masssattel machen lassen und brauche sich dann keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob der Sattel auch wirklich passe, auf den wirken diese Zahlen mit Sicherheit ernüchternd. Das traurige daran ist, dass sich nach wie vor viele Sattlereien – darunter auch viele «grosse» mit langjähriger Tradition – vor dieser «lästigen Qualitätskontrolle» ihrer Produkte verschliessen. Anstatt sich die moderne Technik zunutze zu machen, schieben sie die Schuld bei einem unpassenden Sattel lieber auf die Satteldruckmesssysteme («die sind sicherlich manipuliert»), den Aussendienstmitarbeiter, der beim Anpassen wohl einen schlechten Tag hatte, oder das Pferd, das sich in den zwei Monaten nach der Massnahme angeblich zu stark verändert hat.

Dabei könnte die Technik den Sattlern auch jede Menge Vorteile bringen. Ein Satteldruckmesssystem würde nicht nur die Endkontrolle eines Sattels erleichtern (ist zum Beispiel die Polsterung gleichmässig?), sondern auch die Endanpassung ans Pferd. Doch solange grosse Sattlereien noch mit der Technik auf Kriegsfuss stehen, wird dem Pferdebesitzer bei Zweifeln über die Passform wohl auch weiterhin ein Gang mehr über einen Anbieter von Satteldruckmessungen nicht erspart bleiben.

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