Pferde tanzen

Vor ein paar Jahren wurde noch fleissig mit Pferden getanzt

Vor ein paar Jahren wurde noch fleissig mit Pferden getanzt, später intensiv mit ihnen geflüstert. Heute wird gesprochen. Und zwar offen. Will man den neuen «Gurus» der Szene Glauben schenken, sind unsere Pferde dabei sogar ziemlich gesprächig und sagen offen, was sie denken. Da sagt zum Beispiel der Friese, dass er lieber ein Araber wäre und sich als «Lehrer» für seine Besitzerin sieht. Der Hannoveraner-Wallach beruhigt seine Reiterin, dass es nicht so schlimm sei, wenn sie ihn nicht jeden Tag reiten kommt – er fühle sich wohl in seiner Box. Und das Welsh-Pony will endlich für voll genommen und nicht weiterhin mit Kosenamen angesprochen werden.

Gehts jetzt also wieder weg von Dominanz und Körpersprache zu mehr Verständnis und Verständigung für und mit dem Wesen Pferd? Schön wärs. Doch ob solche Dialoge zu mehr Verständnis fürs Pferd verhelfen, ist mehr als fraglich. Denn wo Pferde vermenschlicht und ihnen Worte in den Mund gelegt werden, die ein Tier wohl kaum so äussern würde, verbaut sich der den Weg zu einer harmonischeren Beziehung mit seinem Pferd selbst.

mit Pferden getanzt

Es wird endlich Zeit, dass wir Pferde als das sehen, was sie sind: keine aufmüpfigen Rebellen, die man ständig dominieren muss – aber auch keine aufopfernden «Lehrer» für uns Menschen. Sondern ganz einfach Herdentiere, die sich unter ihresgleichen noch immer am wohlsten fühlen. Dabei sind sie sicherlich auch einer Verständigung mit uns Menschen aufgeschlossen – aber bitte in ihrer Sprache.

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